Archiv für 29. April 2008

Intim // Clueso & Band

Ich will ein’ Anfang mit mehr Tiefe, mit mehr Hintergrund. Ein Ende ohne Zensur. Ich will. Keinen Zentimeter mehr. Zwischen uns spüren. Ein Feld ohne Kontur.

Clueso

Weit weg ist das Ziel, wonach ich suchte. Hier soll es also geschehen. Hier soll ich Clueso live sehen. Den Typen, der mich seit zwei Jahren ständig begleitet. Vor allem mit Chicago oder mit Winter Sommer. Oder auch Mein Bestes. Irgendwann dieses Jahr auch Keinen Zentimeter zum ersten Mal gesehen und gehört. Und es auch schon zu lieben gelernt. Und irgendwann spontan auch von diesem Konzert gelesen. Und weil ich da sowieso schon in Wien bin, warum nicht

Das Konzert war gut. Sagen wir es so. Clueso [klüso] macht großartige Musik. Zwar habe ich viele Songs nicht gekannt, weil sie vom neuen, noch nicht veröffentlichten neuen Album So sehr dabei. Aber bei einigen Lieder konnte ich mitsingen. Also, von der Performance und der Stimme her, war dieses Konzert echt erste Klasse.

Was mir nicht so gefallen hat, war die Location. Okay, das Flex. Eine Institution in Wien. Für mich wohl das abfuckteste Lokal ever seen. Aber eben trotzdem irgendwie cool. Vor allem die Toiletten sollte jeder einmal gesehen haben. Aber im ersten Drittel des Konzerts kam ich dem Song “Keinen Zentimeter” sehr nahe. Unzählige Menschen, auf engem Raum, und ich natürlich auf dem Platz, wo immer Leute entweder zur Bar oder weiter hinein ins Getümmel wollten. Mir wurde es dann zu stickig und zu heiß und so machte ich mich auf den Weg weiter zurück. Wo ich mehr Bewegungsfreiheit hatte und Clueso auch noch etwas öfter sehen konnte.

Und sonst.

Das Flex in Wien ist ein zwischen der U-Bahn-Station Schottenring und der Augartenbrücke gelegener Musikclub und in dieser Funktion Schauplatz von Auftritten lokaler und internationaler Musikgruppen und DJs.

Laut der jährlichen Wertung des deutschen Musikmagazins Spex zählt das Flex seit Jahren konstant zu den besten Clubs Europas. Auch die Musikanlage des Clubs wird in dieser Zeitschrift zu den besten Europas gezählt.

Das Flex, welches bereits mehrmals ausbaute und renovierte, zählt jährlich rund 100.000 Besucher. Wie zur Anfangszeit ist Sodawasser auch heute noch gratis zu bekommen, die Konsumation von selbst mitgebrachten Getränken vor dem Lokal ist hingegen nicht mehr erlaubt.

Jaja, das ist schon cool. Sodawasser gratis. Und auch das neue Café, welches wir im Anschluss besuchten, hat seinen gewissen Charme. Aber ich hätte mir Clueso lieber im WUK oder in der scheinbar großartigen Arena angesehen. Weiß nicht, ich bin eben nicht der Typ für solche Lokale. Aber alles in allem war auch dieses Konzert, zumindest von Performance ausgehend, großartig. Hätte mich geärgert, wenn ich es versäumt hätte.

Intim // Laura Marling und Adam Green

In der großen Stadt. Da trifft man plötzlich auf einen Amerikaner, der definitiv nicht tanzen kann. Aber singen … oh … Mann.

Laura Marling

Im Internet und nirgendwo tauchte irgendein Hinweis auf ein Vorband auf. Außer vielleicht auf MySpace, aber wer sieht denn schon da hin, wenn man nach Musik sucht? Naja. Laura Marling. Eine kleine, blonde, süße, liebe Frau. Und als sie so zu singen begann, mit ihrem Englisch und ihrer Stimme und ihrem Mann an den Drums und der ganzen Band. Eine wunderbare Begegnung, eine großartige Stimme und einmal, ganz kurz sogar, etwas Gänsehaut.

Ich empfehle einfach nur die Myspace-Seite von ihr. Das Album ist beinahe schon bestellt. Und ich würde mir auch ein komplettes Konzert von ihr anhören. Leider war sie bei diesem Konzert nur relativ kurz auf der Bühne. Ich hätte gern mehr von ihr gesehen. Also mal wieder ein großartiger Supporting Act. Wie Lisa Papineau nur eben anders.

Adam Green

Bluebirds are so natural … Adam Green. Nach vierzig Minuten Wartezeit kommt er endlich auf die Bühne. In schwungvollem Outfit und mit einer großen Band im Hintergrund. Und startete mit vielen Liedern, die ich noch gar nicht kannte. Wohlgemerkt, nur Album 1-3 (Garfield, Friends of Mine, Gemstones) sind in meinem Besitz, in Sixes & Sevens habe ich nur mal kurz hineingehört. Aber er war großartig. Ein energiegeladener Typ, mit für mich extrem überraschend gute Stimme und einer Stimmungsmache, wow.

Etwas störend waren jene Leute auf diesem Konzert, die noch nicht einmal legal ein Bier kaufen dürfen. Durch Kreischen und … ach, ich weiß nicht, haben sie sich wohl etwas lächerlich gemacht. Der Typ im Tigerkostüm hingegen, der war großartig.

Und sonst.

Das WUK ist mit seinen 12. 000m² Fabrikgelände aus der Gründerzeit eines der größten soziokulturellen Zentren Europas. WUK ist die Akürzung für Werkstätten- und Kulturhaus. Und das ist es auch. Auf dem Weg zum Konzertsaal kommt man an verschiedenen Werkstätten vorbei, wo leicht verwirrt aussehende Künstler herauslugen. Und die Kultur kam eben dann später.

Alles in allem war es ein großartiger Konzertabend. Ehrlich gesagt, habe ich mir von Green nicht so viel erwartet, ich war viel gespannter auf die zwei nachfolgenden Deutschbands, die in meinem Terminkalender stehen. Aber nach Laura Marling und den ersten Songs von Adam Green war alles großartig. Wunderbar, so ein Konzert.

[Link 1/AdamGreen-Homepage] [Link 2/LauraMarling-Homepage]