Archiv für Oktober 2007



5 :: Music Is My Girlfriend // Und Wenn Ein Lied

 

Ein Rückblick mit Musik. Rückblickend auf ein Leben durch Musik.

Seit sechs oder sieben Jahren ist mein Media Player stets gefüllt mit Musik. Vorher dachte ich immer, das Nonplusultra hat die Forschung mit einem mehr oder minder funktionierenden CD-Player geschaffen. Dass ich hier plötzlich stets Zugriff auf jeden Song, der sich auf meiner Festplatte angesammelt habe, das überraschte sogar mich. Einem Menschen, der vor allem in diesem Alter viel zu wenig über Innovationen staunen konnte.

Als wohl größtes Lied meines Lebens sehe ich “Wonderwall” an. Ein Evergreen. Ein schon fast kitschiges Lied, wenn man beachtet, dass es eigentlich fast jeder Mensch auf der gesamten ersten Welt auswendig kann, und nicht minder als 148 Millionen Menschen aus auf der Gitarre spielen können. Und zumindest einer auf einer Ukulele.

Es war das Lied, dass mich seit der fünften Klasse verfolgt hat. Durch MTV darauf aufmerksam gemacht, schon vorher aus dem Kommerz-Radiosender gekannt, und mich, ja, sagen wir es ruhig, sofort verliebt. Den Text rausgesucht, ausgedruckt und immer und immer wieder angehört. Bis ich eben diesen Text mein “Eigen” nennen konnte. Ich konnte also Wonderwall singen. Und ich und meine beste Freundin zogen damals durch die Schule. Immer mit Wonderwall in unseren Ohren und auf unseren Lippen. Wir stellten uns vor kleine Unterstufler und trällerten unseren Lieblingssong. Die einzige Reaktion, und gerade diese recht überraschend, war, dass sie das Lied cool fänden und wir wirklich nicht schlecht sängen. Deswegen haben wir es natürlich nicht getan. Das Lied hat uns etwas bedeutet. Das Lied war für uns geschrieben.

Immer und überall gaben wir es zum Besten. Auch unsere Freunde, meine neuen Freunde damals, da ich immer mehr in ihren Freundschaftskreis hineinkam, und langsam auch aus meiner wirklich eineinhalb Jahre andauernden Selbstmitleidsphase herauskrabbeln konnte. Auch sie wurden von uns angesteckt. Den Höhepunkt des Wonderwall-Gesangs fand irgendwann einmal, vor zwei Jahren ca., oder war es auch letztes Jahr, statt, als wir zu sechst oder siebt am Steg lagen. Wir hatten noch Schule, doch unser Lebensraum war schon lange der See. Und dort legten wir uns, ohne sich irgendwie abgesprochen zu haben, wie Sonnenstrahlen auf. Die Köpfe in der Mitte, die Blicke zum Himmel. Und ich begann plötzlich dieses eine Lied zu singen. Und alle stimmten ein. So wie es jetzt im Nachhinein scheint, vielleicht einer der schönsten Momente meines (bisherigen) Lebens.

Aber meine beste Freundin hatten noch andere Songs. Nach einem zwei Monate andauernden Streit mit einer verqueren Situation der Gefühle wurde “Don’t Speak” von No Doubt zum Inbegriff unserer Freundschaft. “Tage Wie Dieser”  von Juli ließen meine erste Verliebtheit im April 2005 immer und immer wieder aufflackern. “Das Beste”, schon lange bevor es zu einem “Superhit” wurde war eine Freundschaftsbekundung, in der auch gezeigt wurde, dass zu diesem Zeitpunkt, dem Sommer von vor drei Jahren nicht unbedingt alles platonisch war.

Und irgendwann begann ich musikalisch meine eigenen Wege zu gehen. Begann mich ausgiebig mit Britpop zu befassen. Hörte mehr und mehr Lieder von Oasis. Wurde mit The Verve vertraut. Verliebte mich in “The Drugs Don’t Work”, für mich eines der besten Lieder ever. Hörte Nirvana. Alice In Chains. Soundgarden. In meiner rebellischen Phase war es “Smells Like Teen Spirit”, dass meine Gefühle ausdrückte. Oder einfach mein Versuch des Gegen-den-Strom-Schwimmens. Dann meine erste CD von Ryan Adams. “Goodnight, Hollywood Blvd.” oder “Sylvia Plath”. Eine Sendung OC California und schon war Rufus Wainwright mit “Hallelujah” in mein Gehirn eingebrandt.

Die Musik verfolgt mich jetzt nun schon seit vielen Jahren. Sie inspiriert mich zu Texten, lässt mich ein Buch schreiben, lässt mich sanft einschlafen (dazu eignet sich vor allem eine CD zweier französischer DJs, die mit Jazz-House eine meiner besten Alben gemacht haben), lässt mich die Liebe intensiver spüren. Lässt mich weinen. Lässt mich lachen. Veranlasst mich dazu, eine Beziehung zu enden. Durch den Widerspruch, welchen eine Liedzeile mit meinem Denkorgan verursacht habe. Lässt mich schreien. Lässt mich die ganze Wut aus meinem Bauch schreien. Lässt mich angemessen trauern. Um verlorene Menschen. Lässt mich in vergangene Zeiten zurückblicken. Die Musik lässt mich leben. Hält mich am Leben. Verursacht den Wunsch nach Leben. Immer und immer wieder. Wenn ich mal meinen Mp3-Player zuhause vergessen habe, dann singe ich. Die Musik lässt mich nicht los. Sie schenkt mir Kraft. Musik ist verzaubert. Musik ist verzaubernd.

// Text wurde geschrieben, bevor die Festplatte formatiert wurde.

17 :: Sportfreunde Stiller vs. Wir Sind Helden

:: leise

Sportfreunde Stiller - Siehst Du Das Genauso

Dieses Lied ist nicht unbedingt schlecht. Aber mir gefällt einfach die Stimme vom Frontsänger so wenig, und mich wundert, dass man mit dieser Stimme so viel Erfolg haben kann. Keine Ahnung. Die Melodie ist großartig … und würde irgendjemand besser Geeigneter dieses Lied singen, wärs auch hörenswert. Aber so … nein. Leise bitte.

:: laut

Wir Sind Helden - Du Erkennst Mich Nicht Wieder

Von ihrem ersten Album, schön ruhig, absolut wunderbare Lyrics und die geniale Stimme von Frau Holofernes. Die Helden sind ja sowieso großartig. “Stiller” vom Album “Soundso” ist top. Und eben auch “Die Zeit heilt alle Wunder”. Deutsche Musik am Höhepunkt.

16 :: Joy Division vs. Green Day

:: laut

Joy Division - Love Will Tear Us Apart

Ein tragisches Schicksal. Von Ian Curtis. Und ein wunderschönes “Post-Punk”-Lied. Einer dieser Musiker, der viel zu früh von uns geschieden ist. Übrigens auch ist dieser Titel auch seine Grabinschrift.

:: laut

Green Day - Time Of Your Life

Akustisch ein Ohrenschmauß. Zum Mitsingen geeignet. Und einfach nur großartig. Eines der besten Lieder (definitiv) von Green Day.

4 :: Music Is My Girlfriend // Keep The Dream Alive

music

Jetzt tauchen sie wieder immer öfter auf. Die Musiktitel, die früher jeden Eintrag hier schmückten. Diesmal Oasis aus ihrem 2005er-Album “Don’t Believe The Truth”. Oasis habe ich schon einige Zeit nicht mehr gehört. Heute früh, während der einstündigen Zugfahrt, snappte ich aber von meiner The Verve - Dauerplaylist wieder einmal zu den Typen, die den “Britpop” für mich erst interessant gemacht haben.

Während “Married With Children” musste ich lachen. Ach, wie doch so vieles zutrifft. Und dann sah ich wieder mal ein, welche Macht die Musik hat. Ich saß fröhlich in diesem Zugabteil, mit den Briten im Ohr, dachte über frühere Beziehungen nach. Und musste fast ununterbrochen grinsen.

Keep The Dream Alive. Ein Song, den ich heute zum ersten Mal gehört habe. Meine Oasis-Sammlung habe ich erst vor kurzem vervollständigt. Das Lied ist … wie es sich für alle Alben nach “(What’s The Story) Morning Glory” gehört, eher mau. Nichts wirklich los. Aber der Titel gefällt mir. Keep The Dream Alive. Den Traum am Leben halten.

Musik hat mit meinen Träumen viel zu tun. In vielen Tagträumen werde ich unterstützt von Oasis, The Verve, Damien Rice, Ryan Adams oder Rufus Wainwright. Und manchmal auch von Feist, Amy Winehouse oder Siobhan Donaghy. Über meine Träume wisst ihr Bescheid. Träume, die ich früher hatte. Träume, die ich jetzt habe, die immer realistischer werden, und denen ich immer näher komme.

Und da möchte ich mal ganz vulgär einfach der Musik danken. Dass sie immer da ist. Wenn mal nicht am PC oder am Mp3-Player, dann zumindest in meinem Kopf. Und dann fange ich zu singen an. Manchmal nur im Gedanken. Und manchmal singe ich auch einfach laut. Auch wenn Menschen mich umgeben. Da singe ich einfach. Schön zu wissen, dass es so einen Fixpunkt in meinem Leben gibt. Der meine Emotionen unterstützt und meine Gedanken (beg)leitet.

15 :: Bruce Springsteen vs. Neil Young

:: laut

Bruce Springsteen - Streets of Philadelphia

Das berühmteste Lied aus dem Film Philadelphia. Jedesmal wenn ich die ersten zwei oder drei Sekunden höre, tapse ich mit den Füßen mit. Und singe das ganze Lied durch. Ein wunderbares Lied und das erste, das mich mit Bruce Springsteen in Berührung brachte. Berechtigt mit dem Oskar ausgezeichnet.

:: laut

Neil Young - Philadelphia

Das neunte Lied auf dem Soundtrack. An der traurigsten Stelle des Filme eingesetzt. Als ich dieses Lied das erste Mal gehört habe (durch den Film) habe ich schon mindestens fünf Minuten lang Tränen vergossen. Philadelphia ist ein so großartiger Film. Und dieses Lied war zwar zurecht für den Oscar nominiert, aber durch Springsteens Konkurrenz wurde dieses Lied leider ausgestochen. Aber … Empfehlung: Soundtrack und Doppel-DVD kaufen!

14 :: Incubus vs. Amy Winehouse

:: leise

Incubus - Love Hurts

Ein eigentlich schöner Song. Über den Schmerz, den die Liebe verursacht. Und Incubus meint auch, dass das einfach dazugehört. Dass Liebe schmerzt. Und dieser Schmerz manchmal auch gut tut. Ich habe dieses Lied leider schon viel zu oft im Kommerz-Radio gehört und kann mit diesem Schmerz nur mehr wenig anfangen. Tut leid.

:: laut

Amy Winheouse - Tears Don’t Dry On Their Own

Amy Winehouse. Nach dem zweiten Album und den ersten Welterfolgen schon eine Legende. Während der Promotiontour für “Rehab” das Outing ihrer Drogensucht. Exzessive Frisuren. Und dann auch noch eine großartige Stimme. //Erinnert an Pete Doherty. Die kann ich immer wieder hören. Immer und immer wieder. Ehrlich.

3 :: Music Is My Girlfriend

Mal wieder auf kunststoff nachgesehen (und nachgelesen) [http://martialblog.de/kunststoff] und ein Stöckchen gefunden. Eigentlich wollte ich es gleich schnappen, bis ich bemerkte, dass Markus es mir sowieso zugeworfen hat. Dankeschön!

Ein Song …

  • …der mich traurig macht:
  • Damien Rice - 9 Crimes [life // cinema]
  • …bei dem ich weinen muss:
  • Philadelphia - Neil Young [life // dvd ] ]
  • …bei dem ich sofort gute Laune kriege:
  • Gnarly Barkley - Crazy [life // last summer]
  • …bei dem ich nicht still sitzen kann:
  • Air - All I Need [life // muzac]
  • …bei dem ich immer laut mitsinge:
  • Die Toten Hosen - Hier Kommt Alex [friends // singstar]
  • …der meiner Meinung nach zu kurz ist:
  • The Decemberists - Of Angles And Angels [short // 2:29]
  • …der mir etwas bedeutet:
  • viele. The Verve - The Drugs Don’t Work [life // melancholie], Oasis / Ryan Adams - Wonderwall [life // love], Radiohead - How To Disappear Completely [life // melancholie]
  • …den ich ununterbrochen hören kann:
  • The Verve - The Drugs Don’t Work [life // every day again]
  • …den ich liebe:
  • viel zu viele. Vor allem The Drugs Don’t Work. [life // routine] Rufus Wainwright - Hallelujah. [life // tv], Skunk Anansie - Pickin On Me [life // zufall]
  • …den ich besitze, aber nicht mag:
  • das Album von Patrick Wolf. Da gefällt mir nur sehr wenig. [life // blöder zufall]
  • …dessen Text auf mich zutrifft:
  • Clueso - Pizzaschacheln [life // fun]
  • …von einem Soundtrack:
  • Beck - Everybody’s Gonna Learn Sometimes [life // love // dvd]
  • …den ich schon live gehört hab:
  • The Streets - Dry Your Eyes [live // live]
  • …der nicht auf deutsch/englisch ist:
  • Maria Callas - La Mamma Morta [life // dvd]
  • …der von einer Frau gesungen wird:
  • Feist - Let You Know [life // thoughts]
  • …meiner Lieblingsband:
  • The Verve - Make It Till Monday [life // music-love]
  • … der Erinnerungen weckt:
  • Cranberries - Linger [love//cinema]
  • … den kaum jemand kennt, obwohl ihn jeder kennen sollte:
  • Siobhan Donaghy - Goldfish [life // zufall]

War schön. Gerne wieder. Und ich schicke mal weiter an Sarah [http://lahja.wordpress.com] und Bastian [http://www.daily-drop.de].

Weitere “Ein Song…”-Beiträge: Markus, R., Die Lena

Alles Wannabe und die Folgen des Web 2.0

Was war ich nur für ein stolzer Junge, als ich die erste CD der Schlammpfütze in meinen Händen hielt. Wurden darauf doch meine Eltern vor Explicit Content gewarnt. Ich mit meinen vierzehn Jahren und meiner ersten eigenen “Grunge”-CD im CD-Player. Fast befürchte ich, dass ich durch Bravo (!) auf diese Band aufmerksam gemacht wurde. Oder war es dann doch meine erste Ausgabe des Musikexpresses? Egal.

http://www.musicchannel.cc/images/152800,bild,0,0,284.jpgJedenfalls hörte ich die CD rauf und runter. Puddle of Mudd wurden für mich zur Band, die am ehesten Nirvana nachfolgen könnte. Natürlich alles auch nur Medienhype und mit den Songs von Nirvana hatten die vier Typen von Puddle of Mudd so gut wie nichts zu tun. Aber nach meiner Bravo Hits - Zeit (Volume 13 war meine erste und einzige) war für mich dieser Rock so etwas wie ein Hauch von Alternativität für diesen kleinen Spätzünder, der ich doch war.

Schon ein Jahr drauf, 2003, fand ich zufällig deren zweites Album “Life On Display” im Musikladen. Einfach vom Namen beeindruckt griff ich zu, irgendwelche Kritiken hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nirgends gelesen, Internet war in meinem Hause in diesem Jahr noch ein Fremdwort. Und als ich es voller Entzücken in meinen CD-Player einlegte, war ich, wie schon beim ersten Album, fasziniert. Nein, diesmal nicht wegen dieser Status Grunge, der der Band zugesprochen wurde. Nein. Ich konnte mit dem Album so gut wie nichts anfangen. Zwei Songs vielleicht. Mehr nicht. Ich blieb bei meinem Come Clean. Übersprang zwar die Make-me-Famous - Single “She Fuckin’ Hates Me”, die mit dem Rest des Albums wenig gemein hatte, aber all das, all die Songs von Control über Drift & Die bis hin zu Piss It All Away. Das war einfach meins.

Und so wartete ich auf neuen Inhalt. Auf neue Songs, ein neues Album. Nachdem auch das WorldWideWeb in mein Zuhause Einzug gehalten hat, suchte ich nach Infos. Auf laut.de fand man nichts wirklich Handfests. Die offizielle deutsche Seite blieb bei Life On Display hängen und berichtete gar nicht erst von der Live-DVD aus dem Jahre 2005. Und selbst auf der englischsprachigen offiziellen Seite waren neue Infos fehl am Platz. Selbst die Flawless Records waren plötzlich stumm. Und so erschien es mir, als wäre Puddle Of Mudd, die Schlammpfütze ausgetrocknet. Am Ende.

Bis ich mal auf Last.fm etwas stöberte. Und in der Shoutbox von Puddle Of Mudd etwas vom neuen Album hörte. Zwar gab es sonst auf dieser Seite wenig zum neuen Album zu lesen. Aber ein aktueller Blick auf die offizielle englische Seite verriet mir nun eines. Famous, das dritte Studioalbum ist im Anmarsch.

Link 1 Link 2

Was ich eigentlich damit sagen wollte. Anfang des aktuellen Millenniums drängte jeder ins Internet. Hauptsache, jede Band, jeder Film oder was weiß ich, bekommt eine eigene Homepage. Über den Content unterhalten wir uns später. Und so standen einige Seiten irgendwann nur mehr mit Bilder von alten Touren da, Puddle of Mudd z.B. steht bei 2004. Irgendwie schade. Sofern man das alles als Web 1.0 bezeichnen kann. Und durch Interaktivität wie es eben Last.fm bietet werde ich wieder aufmerksam. Danke Web 2.0. Oder so.

Also, an alle Wannabe-Webstars. Erstellt nicht nur eine Homepage, lasst die Homepage Teil eurer Karriere werden!

13 :: Placebo vs. Mickey Eats Plastic

:: laut

Placebo - 36 Degrees

Diese Band ist doch sowieso schon Kult, oder? Nachdem Every You, Every Me auf dem Eiskalte Engel - Album war, wurde auch ich darauf aufmerksam. Und 36 Degrees ist ein schönes Intro für ihre Singlesammlung “Once More With Feeling”. Also laut. Aber nicht zu laut, der Neffe schläft schon.

:: leise

Mickey Eats Plastic - Exactly As My Identify My Music Is An Hypothesis

Ich muss zugeben, das Album war als Creative Commons Content gratis downloadbar. Aber der Sound hat es mir nicht so sehr angetan, obwohl es in irgendeiner Weise an den Electronica-Sampler “Playground” erinnert. Vielleicht brauche ich noch Zeit, um Gefallen daran zu finden. Wenn ja, dann melde ich mich natürlich sofort.

Britney Spears - Der nächste Medienmord?

Immer wieder erzählt man Geschichten, die davon erzählen, wie Menschen, Prominente oder Wannabes durch die ständige Medienpräsenz, der sie ausgesetzt waren, durch die Verfolgung durch Paparazzis oder was auch immer, mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kamen, und so in den Suizid getrieben wurden. Wer wird wohl der Medien nächstes Opfer?

Britney Spears, eigentlich ein Phänomen, lebende Musiklegende und eine der erfolgreichster MusikerInnen aller Zeiten. Mit …. Baby, One More Time oder Oops! I Did It Again schuf sie einen Hit nach dem anderen, wurde der erfolgreichste Jungstar und das Idol für so viele Mädchen. Ob dies denn jetzt nun positiv oder negativ ist, sei mal dahingestellt.

Was aber das Traurige daran ist. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr ist sie im Zentrum der Medien. Anfangs in den Jugendmusikzeitschriften, durch das Heranwachsen und Reifen dann auch in der normalen Regenbogenpresse. Auf jedem Cover war diese Frau mindestens einmal. Man fieberte ihren neuen Alben entgegen, freute sich mit ihr über ihre Kinder und das scheinbare Eheglück mit Kevin Federline. Doch dann kam es zum Sturz.

Die Ehe mit ihrem Extänzer verlief glücklos, es kam zur Trennung. Ihre Karriere war in einer Pause, sie musste also hart arbeiten, um wieder zurückzukommen. Und währenddessen musste sie auch noch feiern. Viel zu exzessiv, viel zu wenig bekleidet. Alles wusste man von ihr, die Paparazzi verfolgten sie überall hin. Sie war das gefundene Futter für jeden armseligen Boulevard-Fotografen. Die Welt um sie brach zusammen, die Medien, die sie zuvor in den Himmel lobten und das Phänomen Pop-Prinzesschen feierten ließen sie fallen. Ihr Comeback-Versuch misslangte total und Ms. Spears steht vor den Ruinen ihres Erfolges.

Natürlich schimpft jetzt jeder, dass diese Frau keine Kinder erziehen kann // darf. Dass sie sowieso komplett krank im Kopf ist. Und ihre Musik wird schon längst nicht mehr gespielt. Auf den Wannabe-Musikkanälen VH1, MTV oder VIVA macht man sich über die Eskapaden lustig und Zeitungen betiteln sie als schlechteste Mutter. Ihr Über-die-Stränge-Schlagen muss doch auch irgendwelche Gründe haben. Daran denkt mal wieder keiner. Man nimmt nicht einfach so Drogen, säuft, lässt sich die Haare abrasieren, und lässt sich einfach so gehen.

Man kann jetzt natürlich noch lange so weiter machen. Sie mit Argusaugen beobachten, während nicht nur ihre Karriere sondern ihr ganzes Leben den Bach hinunter läuft. Man kann über sie schimpfen und mit den Finger auf sie zeigen. Aber genauso wie es für einen solchen Star wie sie es ist, schwer ist, ein Working-Class-Leben zu führen, genauso wenig können wir uns vorstellen, wie schwer es sein muss, das Leben der Britney Spears zu führen.

Also würde ich mich freuen, ein kleines bisschen mehr Objektivität von all diesen Kritikern zu hören. Nicht nur Vorwürfe, sondern vielleicht Mitleid oder Hilfe. Lassen wir nicht einen weiteren Menschen zugrunde gehen, nur um einen weiteren Skandal in der Zeitung lesen zu können.

// zur info. nie ein fan von ihr gewesen. aber entsetzt von ihrem absturz.

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